Der Wandel des Kriegsgeschehens, Gewalt gegen zivilgesellschaftliche Akteure, sowie Diskussionen um Gerechtigkeit und Rechtfertigung – diese drei gesellschaftlichen Dynamiken nimmt das Forschungszentrum „Transformations of Political Violence“ (TraCe) in seiner zweiten Förderphase in den Blick.
Nach positiver Evaluation hat das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) finanzielle Unterstützung für weitere zwei Jahre bis 2028 bewilligt. TraCe bündelt seit 2022 die Erforschung politischer Gewalt der vier hessischen Universitäten Philipps-Universität Marburg, Justus-Liebig-Universität Gießen, Goethe-Universität Frankfurt, Technische Universität Darmstadt sowie des PRIF – Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung, welches das Forschungszentrum und dessen Wissenstransferaktivitäten koordiniert.
Eines der Querschnittsthemen ist die Gewalt gegen soziale Aktivist:innen. Laut Berichten zivilgesellschaftlicher Organisationen wie Front Line Defenders und Global Witness werden jährlich weltweit zwischen 300 und 400 Menschen umgebracht, die sich friedlich für die Menschenrechte einsetzen. Die Gewalt umfasst auch Formen digitaler Gewalt gegen Umweltaktivist:innen, die gleichzeitig von Auswirkungen der Ressourcenextraktion und des Klimawandels betroffen sind.
Die interdisziplinäre Arbeit von TraCe fokussiert weiterhin auf die veränderten Erscheinungsformen politischer Gewalt durch technologischen, politischen und gesellschaftlichen Wandel; den Wandel der Institutionen, die Gewalt ermöglichen oder einschränken; sowie die Art und Weise, wie politische Gewalt interpretiert und gerechtfertigt wird. Das übergreifende Ziel des Verbunds ist es, Strategien zur Eindämmung von Gewalt zu identifizieren.
Ein zentrales Anliegen ist und bleibt der dialogische Wissenstransfer in Politik, Medien und Zivilgesellschaft. Die Transferaktivitäten umfassten bisher Podcastfolgen, öffentliche Podiumsdiskussionen, Dialogveranstaltungen in Brüssel und Berlin sowie zwei eigene Publikationsreihen. TraCe/bjb
Seitens der TU Darmstadt sind die Fachgebiete Politikwissenschaften (Prof. Markus Lederer), Geschichte (Prof. Nikolai Hannig), Soziologie (Prof. Sybille Frank) und PEASEC (Prof. Christian Reuter) vertreten.
